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Wird die Eurohypo verstaatlicht?

Die Zukunft der Eurohypo steht nach wie vor in den Sternen.

Der Immobilienfinanzierer, den die Commerzbank 2005 für 4,5 Mrd. Euro gekauft hat, häuft seit Jahren Verluste an. Weichen für die Zukunft könnte heute der Commerzbank-Aufsichtsrat stellen.
Mitten in der Krise einen Käufer für die verlustreiche Tochter zu finden und damit die Auflage der EU-Kommission zur erfüllen, sich bis Ende 2014 von der Eurohypo zu trennen, gilt als unmöglich. Spekuliert wird deshalb, dass der Bund die ganze Eurohypo oder zumindest einen großen Teil ihrer Risiken übernimmt. So könnten etwa Staatsanleihen und faule Immobilienkredite in eine staatliche Bad Bank ausgelagert werden. Wie die „Welt" am Mittwoch berichtete, seien bereits Bankmanager beim Bankenrettungsfonds Soffin vorstellig geworden. Für die Commerzbank wäre die Abspaltung ein Befreiungsschlag. Seit der Finanzkrise 2008 schreibt die Eurohypo Jahr für Jahr rote Zahlen: allein  857 Mio. Euro Verlust in 2010. Angesichts der weiter desaströsen Entwicklung der Immobilienmärkte in weiten Teilen Europas gibt es kaum Hoffnung auf schnelle Erholung. Zudem hat die Tochter einen Großteil der Staatsanleihen aus den Krisenstaaten der Eurozone in ihren Büchern, die die Commerzbank so schwer belasten. Die Eurohypo stand Finanzkreisen zufolge vor einem Jahr mit rund 3,5 Mrd. Euro in den Büchern, dieser Wert wurde seither teilweise abgeschrieben. Durch einen Verkauf dürften weitere Abschreibungen fällig werden, je nachdem zu welchen Konditionen die Immobilienbank verschoben wird.
Für die Commerzbank hätte der Verkauf an den Bund mehrere Vorteile, wie sueddeutsche.de zusammenfasst: „Sie würde die ungeliebte Tochter los, die ihr wie ein Klotz am Bein hängt. Bei der Eurohypo liegen alle Staatsanleihen, die zuletzt im Wert berichtigt werden mussten und für hohe Verluste sorgten. Das Krisenthema mit Griechenland, Italien, Spanien und Co. wäre für die Commerzbank ohne die Eurohypo weitgehend erledigt. Außerdem würde das Geldhaus viele Risiken los, die im Zuge der erwarteten Konjunkturkrise in Europa drohen, weil Gewerbeimmobilien-Kredite der Eurohypo im Wert sinken könnten.“ Außerdem käme die Commerzbank durch einen Verkauf der Eurohypo sofort an Kapital: Die Bilanzsumme der Tochter beträgt 200 Mrd. Euro. Diese Risiken müssten nicht mehr mit Eigenkapital hinterlegt werden. Branchenexperten schätzen, dass dies einen höheren einstelligen Milliardenbetrag ausmachen dürfte.

Unsere Quellen:

Welt.de: Eurohypo droht Verstaatlichung

Haufe.de: Commerzbank-Tochter Eurohypo wird immer mehr zur Last

Süddeutsche.de: Commerzbank-Tochter Eurohypo - Nur weg damit
 

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