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Milliardenförderung für Gebäudesanierung – Kritik der Verbände

Bis zu zwei Milliarden Euro jährlich will die Regierung im Rahmen einer schrittweisen Aufstockung in das geplante CO2-Gebäudesanierungsprogramm investieren. Dazu sind steuerliche Anreize vorgesehen und eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Die Verbände befürchten nun, dass durch einen Sanierungszwang zusätzliche, derzeit nicht absehbare Kosten für die Eigentümer entstehen könnten. Mehr lesen:

Bis zu zwei Milliarden Euro jährlich will die Regierung im Rahmen einer schrittweisen Aufstockung in das geplante CO2-Gebäudesanierungsprogramm investieren. Das ist einer der Punkte, die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in dem kürzlich vorgelegten Sechs-Punkte-Papier zur Förderung der Energiewende festgesetzt wurden. Ziel sei es „die Effizienzstandards von Gebäuden in der Energieeinsparverordnung (EnEV)ambitioniert zu erhöhen, soweit dies im Hinblick auf eine ausgewogene Gesamtbetrachtung wirtschaftlich vertretbar ist“, ist in dem Regierungsschreiben zu lesen. Eine „anspruchsvolle Gebäudesanierung“ solle gefördert werden. Dazu sind steuerliche Anreize vorgesehen und eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung. Die Bundesminister wollen das CO2-Programm „schrittweise“ aufstocken. Richtungsweisend sei nach wie vor das bereits im Herbst vergangenen Jahres im Energiekonzept formulierte Ziel, den Wärmebedarf im Wohnungsbestand bis 2020 um 30 % zu senken. Der Primärenergiebedarf soll bis 2050 um 80 % reduziert werden. Die Verbände kritisieren das Vorhaben zum Teil stark. Sie befürchten, dass durch einen Sanierungszwang zusätzliche, derzeit nicht absehbare Kosten für die Eigentümer entstehen könnten. Olaf Mangold, wohnungspolitischer Referent beim Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), kritisiert die Inhalte des Papiers gegenüber der Immobilienzeitung: "Die Rede ist von ‚schrittweise‘ - das kann alles oder nichts sein.“ Vertreter der Verbände sehen ein weiteres Problem: Bei einem schnellen Atomausstieg könnte die für das Sanierungsvorhaben ursprünglich vorgesehene Geldquelle stark reduziert werden. Der Haushaltsplan sieht 2012 keine Mittel mehr für das Gebäudesanierungsprogramm vor. Stattdessen sollen 500 Millionen Euro pro Jahr aus dem neu geschaffenen Energie- und Klimafonds fließen. Dieser Fonds allerdings finanziert sich aus der Brennelementesteuer und Zusatzgewinnen, die durch die verlängerten Laufzeiten der Atomkraftwerke bei den Betreibern anfallen. Das heißt, die Einnahmen wären bei einem schnelleren Ausstieg der Regierung aus der Kernenergie ungewiss.

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Immobilien in mapolis

Schön wieder im graphisch perfekten Format

vor 3 Jahren 5 Monaten 1 Woche

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